Heike Dehm art

Lyrik


Wenn mich die Lust packt, und das Thema ansprechend ist, bewerbe ich mich mit meinen Lyriken bei Anthologien und Zeitschriften.

Leider haben es kleine Verlage sehr schwer, sich mit ihrem Nischenangebot lange über Wasser zu halten. Daher erfahre ich immer wieder, dass Seiten aufgelöst werden müssen.

Hier durfte ich u. a. schon veröffentlichen:

– Anthologie „Makulatur“ 2004 beim Verlag www.ubooks.de
– Anthologie „Liebe“ beim Schmöker Verlag (leider nicht mehr existent)
– Federwelt Ausgabe 49 www.federwelt.de
– Leserkreis Daheim Ausgabe 5/2004 – hier wurde meine Lyrik zum Gedicht des Monats
ausgezeichnet www.leserkreis.de
– Pocket Poetry Ausgabe 05/2008 (leider nicht mehr existent)
– Asphaltspuren Bildbeitrag in Heft 6 „Spuren“ asphaltspuren
– Jahrbuch der Erotik – Mein heimliches Auge beim Konkursbuchverlag, Ausgabe XXVI
www.konkursbuch.de

 
 
 
 

_faltenwurf_

 

fern

die summe

aller tage

 

ein docht

 

der endlos

brennt

 

im nacken

 

spannen

sterne

 

ein licht

 

das jede

antwort

kennt

 

 

 

_als würde es uns geben_

 

schneidet sich die schönheit

des moments

bis ins blut

 

du lässt meine küsse

auf deiner vorhaut platzen

ich trockne deinen speichel

in meiner vulvaglut

 

draußen nagt die welt

an illusionen

spuckt theatrale stücke

von realität

 

du zählst die anzahl deiner finger

in meiner höhlenwelt

ich bohre meine zunge

in all deine spalten

 

schwarze löcher verschmelzen

gravitationswellen

gehen durch uns hindurch

wir lauschen

dem gesang praller vereinigung

 

du pochst

in mir

ich bebe

auf dir

 

in milliarden jahren

wird man uns noch hören

 
 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 

_lass uns_

 

auf see

wandern

dünen

begleiten

die unsere haut

nässen

im schattenfluss

reste von licht

trocknen

bei vater morgana

ein falsches gesicht

borgen

 

 

 

 

_stimm den himmel neu_

 

im erdigen aufriss

der animalie

tragen sich unsre gewänder

wider dem sinn

verblüten und

jagen wir

der duftspur

unserer leiblichkeit

den letzten luststoß

hetzen wir

auf die eigene

meute

 

 

 

_superposition_

in zeiten

quanteln wir

und pendeln

mit dem

nichts

aus positionen

selektionen

wirken

kreuzen uns

im licht

vermessen

täuschen wir

was heute

aus der masse

bricht

 

 

 

_kopfüber_

kreise drehen

und deine hand

in mir

gravuren

spuren

wildes fingerringen

 

atem

aus den lenden

spenden

 

lauschen

wie das echo

ringt und springt

vor lust

 

 

 

 

 

dein haar, gebunden an das wiegen der halme –

 

mit einem spiegel lenke ich

den mondenschein

fließe im takt leicht zitternder konturen

jedem deiner atemzüge gebe ich

einen namen

präge voluminöse worte in meine

lungen, an deine lider

hafte ich die seiten meiner geschichten

züngelnd blättere ich darin

wie ein hauch fremder

in der ferne, verweile

in den nebeln formt sich ein heim

 

 

 

_ hoch konzentriert _

 

die orgiastische

konsistenz

im plasmischen trieb

unserer leiblichkeit

aus wellungen

die sich zu

schwarmformationen

entladen

no limit

vermuscheln

erstacheln

in kontraktionen

tragen

 

 

 

 

_ lass uns feiern_

 

hier

im zirpen

der muscheln

aus baumkronen

wo harziger tang

um die fesseln

schäumt

unsere atemzüge

sich erheben

bis an die

wurzelglocken

schlagen

 

 

 

_ semifinal _

 

wenn das friedvolle

wabert

sich im lichte

verbündet

zum dopaminen

widerstand

der endgültigkeit –

das gesicht nimmt

auf der reise

im tunnel

die erinnerung

geysirend

zuversicht

ins endorphine

überspringt

 

 

 

 

_ was _

 

wenn wir den weg

kreuzten

in der hitze

deiner handflächen

meine kniekehlen

zum neumondigen

schlund öffneten

und die gluthaut

meiner mundwinkel

dich umschließe

 

 

 

 

_ dein blick _

 

wie er mich hält

unter stechender

bestimmung

kein widerstand

in mir

dein muskelspiel

im wechsel

an haltender

spannung

 

 

 

_ aufgehoben _

 

die ordnung

in alle winde

verstreut

zügellos

durchmischte

leiblichkeit

phallend

ins auge

des sturmes

stoßen

 

 

 

_ ergeben _

 

unter dem

warmen mantel

der anlehnung

aufgebrochen

ins leichte

gewichtet

das scharfe

zu füßen

gefallen

 

 

 

_ gaumengrund _

 

zurück

an der oberfläche

zyklonene muscheln

unter die zunge gelegt

dein pulsen verankert

 

 

 

 

_ pendellicht _

 

als könnte ich

über das wasser laufen

dieses EINE

zaghafte schimmern

nicht aus den augen

zu verlieren

 

 

 

_ deine bewegung _

 

verortet

in der struktur des raums

unsichtbar mäandernd

in jeder nische

die umlaufbahn

einer geschichte

in der meine gedanken

kreisen

 

 

 

_ unverwortbares _

 

reich halten

im nicht

verwortbaren

viel faltet

meine

verehrung

 

 

 

_ der springende punkt _

 

einmal

dem stillstand

ein schnippchen

schlagen

dimensionen

sprengen

über sich selbst

hinausragen

raum und zeit

dehnen

aufblähen

wild um sich

drehen

kugeln

vor lachen …

 

 

 

 

_ begrifflichkeiten _

 

enthäuten mit

den jahresringen

springen

ins nichts

wärmt uns so gut

wie das namenlose

 

 

 

 

_ lichterjagd _

 

linientreu

ströme ich im takt

rasender

rot-weiß

verschiebungen

zielgerichtet

wie ein jäger

an der storyline

der nacht

klebend

verzerren sich

meine standpunkte

zur beute

auf zeit

 

 

 

 

_ intensia _

 

um haaresbreite

balanciere ich

zum point of

no return

halte

halte

halte

meinen yonisziven

fall

abgrundtief

in deinen

schoß

 

 

 

 

_ feuerschwimmer _

 

so rot wie blau

entgrenzen wir

unser

halten farben an

er schöpfen

im innern

nach außen

steigen auf

einander

katapultieren

ein dröhnen

brennt sich

uns ein

ums andere

mal

reißt der faden

an dem ich

hänge

 

 

 

 

_ chaos pe n d el _

 

tage

ohne maß

nichts

was sich ver

halten

weilen

will

alles

was sich

gibt

 

 

 

 

_ reisende _

 

sind wir

den kompass

wiegend

der uns eruptive

richtung weist

im nabelsurrenden

weben

zwischen deiner

und meiner

lüsternheit

 

 

 

 

_ dein fingerstrich _

 

über dem dritten auge

niederkunft

einer geschichte

headline

yoniboler

opulenz

 

 

 

 

_ in diesem moment _

 

schmiegte sich uns

alles zur seite

unter der

himmelerdenhaut

hoben wir uns

hinaus

balancierten

auf feurigen wellen

spannten

ein beben

höher und höher

zu tosender

brandung

und brennender

wucht

 

 

 

 

_ welcher zauber _

 

hat uns

an die hand

genommen

welche reise

begleitet

unseren weg

es ist der blick

im wort

das wort

im blick

gefühle

die sich schmeichelnd

aneinander reiben

das leben in uns

das nichts will

als einander sein

sein

 

 

 

 

_ apnoetrunkene _

 

sind wir

stoßend

an die grenzen

der sauerstoffaufnahme

die lungen aufgepumpt

mit dem atem

des andern

in prallen adern

den duft und schweiß

unser gepresst

hinabtauchend

in besinnungslosem rausch

bis zum perlen

des blutes

die gefäße

an alle himmel

schlagend

 

 

 

 

_ you can feel my vision _

 

down under

im meeresfeuer

ziehst du

mich aus

umarmst

meine gezeiten

 

 

 

 

_ unverhüllt _

 

im raum

aus zimt

und spiel

ein nest

haltlos

und rein

wie ein fest

dein zittern

vor lust

in mir

dein mund

ganz unverhülltes

beben

 

 

 

 

_ marula ocean _

 

eruptiv

venusbrennend

zerstößt du

dein feuer

in mir

dazwischen

wellen

aus schäumenden

zungen

 

 

 

 

_ adlerschwingen _

 

sehnend

lausche ich

deinen adlerschwingen

in der wildnis

kalter nächte

rufe laut

nach deiner

rauhen stimme

dass sie mich trägt

bis in die dunklen tiefen

geheimnisvoller wälder

 

 

 

 

_ berühre dich _

 

für mich

gleite

mit jedem fingerstrich

ins uferlose

in der brandung

meiner blicke

räkle dich

wilder noch

greift mein atem

um dein erbeben

 

 

 

 

_ der wolf _

 

in klarer

vollmondnacht

heult ein wolf

sein sehnen

neugierig

folgt sie

dem duft

der lämmer

 

 

 

 

_ die alte dame _

 

ihre alten

faltenreichen augen

schauen ein letztes mal

zum vollen mond

 

müde lächelt sie

in seine narben

genau wie er

zeigte sie der welt

nur eine seite

ihres gesichts

die schattenseite

hielt sie

stets verborgen

 

 

 

 

_ die letzte frucht _

 

rötliche stille

hängt zwischen

knorrigen zweigen

ein rabe

greift die

letzte frucht

zurück bleibt nur

die dunkelheit

 

 

 

 

_ doch nun _

 

streut sich glühend

uns ein weg

nimmt jetztwärts mir

mein kleid

posiert

im atemblicke

wirft auf

befreit

schmückt ab

was uns

beschwert

 

 

 

 

_ don’t know what it is _

 

zwischen den polen

rudern wir hinaus

die taschen geschultert

kein stern

der sich nicht

auf unsere wellen legt

in dieser nacht

reiht sich

mit jedem stich

unter die wasserhaut

das summen

des lichts

 

 

 

 

_ duft der honigblüte _

 

nachts

wenn warmer wind

den duft der honigblüte

zu mir trägt

malt silbernes

mondlicht

deinen namen

auf meine haut

sehnend

lausche ich

deiner betörenden

stimme

die sich wie ein

sanfter kuss

auf meine lippen

legt

und jede faser

meines leibes

mit tiefer zärtlichkeit

erfüllt

 

 

 

 

_ endloser augenblick _

 

ich lass mich

f

a

l

l

e

n

in den endlosen

augenblick

getragen

von zeitdurchtrennten

lichtgefühlen

durchdrungen

von dir

 

 

 

 

_ fliegende wasser _

 

in jener nacht

streuten wir

unsere feuer

in die schatten

roter meere

folgten den rätseln

fliegender wasser

zwischen

spiegelnden wellen

formte die flut

unsren weg

 

 

 

 

_ flügelschlagzauber _

 

milde winde

schmeicheln sich

durch laue nächte

begleitet

von rauschiger sprache

aus blättrigen bäumen

der atem der welt

streift

wie ein flügelschlag

sanft mein gesicht

~wie flüchtig er ist~

 

 

 

 

_ frau im stein _

 

dunkle schatten

berühren

deinen schlaf

lösen

aus deinen händen

das warme gewand

der dämmerung

 

 

 

 

_ haltlos _

 

eng mich ein

ungebremst

maßlos

beschwere

meine zunge

mit ansteigender

härte

 

 

 

 

_ honigmeer _

 

auf deinen

nackten leib

tropfe ich

ein honigmeer

tauche

mit heißer zunge

in vibrierende

tiefen

atemlos

durchschwimme ich

das zähe gold

um mit tropfender

süße

deinen mund

zu bedecken

 

 

 

 

_ im feuchten gras _

 

liegt das nächtliche

abbild

unserer leidenschaft

heimlich klebt daran

unsere liebe

von glitzernden perlen

bedeckt

über das gras

weht der tagwind

stück

für

stück

trägt er uns mit

 

 

 

 

_ jasminklang _

 

färbt die nacht

zerbrechlich

liegt das seidentuch

auf unseren

heißen lenden

ich weiß

es wird

zerspringen

 

 

 

 

_ nabelschnur _

 

wir

im schenkelfeuer

atemwerfend

lungentief

treibt sich das fleisch

ins gläserne

unserer verbindung

 

 

 

 

_ nachtwinde _

 

streicheln

unsere haut

flüsterstrahlen

erhellen mondfarben

dein und mein gesicht

traumtrunken

liegen wir

im gras

falter reiten

über uns hinweg

hauchzartes summen

nach sich ziehend

wir trinken glut

berauschen uns

im feuchten grün

fließend

verbindet sich

unser schweiß

mit taugetränkten

halmen

heiß wird die stelle

unter uns

der morgendliche abdruck

danach

beschwört

lustvolle erinnerung …

 

 

 

 

_ nicht mehr _

 

als das flüstern

der tauben

im flug

ein atmen

verwunschener

zeichen

ein duft

von

zerbrechlichkeit …

 

 

 

 

_ salzmond _

 

unter dem

salzmond

tragen sie flügel

über das feld

atmen

lange schatten

graben himmelwärts

bis zum

muschelgrund

licht wellt

auf ihr haupt

unter der erde

trommelt ein feuer

 

 

 

 

_ secret garden _

 

rückkehr

aus hohlräumen

asche

auf duftenden brüsten

aufgeschäumtes

zwischen den lippen

 

 

 

 

_ sinnliche zeilen _

 

mit jedem wort

rückst du mir

näher

lüpfst mir

ganz frech

meinen rock

erwartungsvoll

lese ich

t

i

e

f

e

r

 

 

 

 

_ stunde der mondblüte _

 

zur stunde

der mondblüte

folge ich

den wilden stimmen

der nacht

tanze

auf wolfszungen

über blaugetränkte

felder

tauche hinein

in prickelnden

sternentau

lecke den glitzernden

nektar der lust

 

 

 

 

_ die mitternacht _

 

ruft

ihre kinder

der schwarze wolf

schleicht

um das haus

die frau

im lammfell

öffnet ihr fenster

schreit ihre sehnsucht

w e i t hinaus

 

 

 

 

_ unter den schatten _

 

blüht licht

die nacht

duftet wissendes

schweigen

geheimnisse

flattern

im wind

 

 

 

 

_ wenn _

der winter kommt

flüchten die farben

auf den

weihnachtsbaum

 

 

 

 

_ wilde dunkelheit _

 

purpur

ihr gang

im lautlosen wehen

der nacht

meerhäutig

windet sich

der weg

verschwenderisch

gleiten die schritte

in den atem

wilder dunkelheit

 

 

 

 

_ zwischenRaum _

 

lauter noch

sind die worte

in der dunkelheit

zwischen häusern

verdichtet

reibungslos

wir kreuzen

die strömung

der stadt

nehmen witterung auf

kerben unsere namen

in den asphalt

flüchtig

bleibt dieser ort

wo alles zur ruhe kommt

fügen sich

die zeichen

 

 

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Heike Dehm

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